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Der etwas andere Chor
78532 Tuttlingen

 

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NÄCHSTER AUFTRITT

Kulturreihe "Akzente"

Sonntag, 06.11.16
Friedenskirche VS

Presse

Die „Klangfarben“ aus Gottmadingen. ( Foto Kornelia Hörburger)

Tuttlingen-Möhringen sz Eine musikalische Weltreise hat Chorleiter Joachim Brenn für den Sonntagabend angekündigt gehabt. Die Besucher in der vollbesetzten Angerhalle erlebten darüber hinaus eine famose Exkursion durch alle nur erdenklichen Musikstile. Dabei schienen der „Etwas andere Chor“ und das Vokalensemble „Klangfarben“ überall gleichermaßen zu Hause zu sein. Für zusätzliche instrumentale Highlights sorgte Volker Wagner am Saxofon.

Alles, was sich das Publikum von modernem Chorgesang nur wünschen kann, wurde beim Konzert unter dem Titel „What a Wonderful World“ aufgeboten: raffinierteste Arrangements – von Volksliedern bis zu Jazz-Standards aus aller Herren Länder, allesamt in Originalsprache präzise artikuliert – von Schwedisch über Bulgarisch bis hin zu Japanisch. Über Intonation und Rhythmus schien keiner der Mitwirkenden auch nur einen Moment lang nachdenken zu müssen – die Leistung der Laienchöre unter ihrem quirligen Dirigenten Joachim Brenn war nahezu professionell.

Dabei probt der „Etwas andere Chor“ seit 24 Jahren im Rahmen eines Volkshochschulkurses. Sänger und Dirigent haben in dieser Zeit einen stimmlich ausgewogenen, nahezu orchestralen Chorklang kultiviert. Eine Band zur Unterstützung brauchten sie nicht fürs Konzert, souverän bestritten die 15 Sängerinnen und 13 Sänger den größten Teil ihres Programms a capella. Mystisch mutete das schottische Traditional „Loch Lomond“ an – humorvoll und ausgelassen persiflierte der Chor dagegen im österreichischen „Zottelmarsch“ eine Blaskapelle auf dem Dorf. Beim musikalisch höchst anspruchsvollen Besuch in Kanada zogen die Sänger alle Register: „En filant ma quenouille“ forderte Achtstimmigkeit, subtile Dynamik bis zum Flüstern, Pfeifen und sogar Körper-Percussion. Jazzer Volker Wagner fügte bei Jazz-Klassikern wie Chick Coreas „Spain“ mit seinem Saxofon eine weitere Klangfarbe hinzu. Am Sopransaxophon unternahm er im Duo mit Joachim Brenn am Keyboard einen vergnüglichen instrumentalen Abstecher nach Polen mit Jan Garbareks „Creek“.

Glühwürmchen auf Japanisch

Nach einer modernen, ambitionierten Version von „Die Gedanken sind frei“ übernahm der Gastchor „Klangfarben“ die Reiseführung. Die 15 Sängerinnen aus Gottmadingen werden ebenfalls von Joachim Brenn dirigiert. Gleichzeitig begleitete er sie am Keyboard. Auch sie überzeugten mit reinem, glasklarem Gesang und hoher Bühnenpräsenz. Unaufdringliche Choreografien unterlegten ihre mitreißenden Auftritte, während sie temperamentvoll auf Spanisch die berühmte Küchenschabe in „La Cucaracha“ besangen oder sehnsüchtig auf Japanisch nach Glühwürmchen Ausschau hielten.

Die Sängerinnen swingten zum Jazz-Klassiker „Route 66“, hatten aber auch ein berührendes „Hungriges Herz“ von Mia im Gepäck. Das Ensemble umrahmte den bekannten brasilianischen Bossa Nova „Agua de Beber“ mit Samba-Schritten und ließ das Programm mit der „Hymne an die Nacht“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ klassisch ausklingen.

Einzeln verabschiedeten sich die Chöre mit Stevie Wonders „Master Blaster“ und Pippo Pollinas Hymne an die Freiheit als Zugabe, danach schickten die Chöre ihre begeisterten Zuhörer mit einem gemeinsamen afrikanischen Gutenachtlied auf den Heimweg.