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Der etwas andere Chor
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Schwäbische online vom 20.03/ Gränzbote 21.03

Zu Taio Cruz‘ Pop-Song „Dynamite“ katapultiert eine Konfettikanone silbernen Geburtstagsflitter auf die Bühne. Die Sänger freuts. 

Foto: Kornelia Hörburger 

Tuttlingen-Möhringen sz Das Konzert in der Angerhalle ist schon seit Tagen ausverkauft und endet am Sonntagabend mit tosendem Applaus und strahlenden Gesichtern auf der Bühne und im Saal: Was hätte sich der „Etwas andere Chor“ mehr zum 25. Geburtstag wünschen können?

„Immer noch taufrisch und mit 25 Jahren auf der Höhe seines Könnens“, so kündigte VHS-Leiter Hans-Peter Jahnel den „Etwas Anderen Chor“ an, der sich unter der Leitung von Joachim Brenn seit 1992 vom Projekt zum Vorzeige-VHS-Kurs entwickelt hat. Brenn verstand es mehr denn je, seine elf Sänger und 14 Sängerinnen zweieinhalb Stunden lang unermüdlich zu Höchstleistungen zu animieren und ihnen ein hohes Maß an Dynamik und Klangfülle zu entlocken.

 

Kontinuierlich und nachhaltig kultivierte Stimmen standen im Mittelpunkt eines spannend gestalteten Konzertprogramms. Brasilianische Sambarhythmen brachten Sänger und Publikum in „Mas que nada“ gleich zu Beginn auf Betriebstemperatur. Mit „Pardise“ folgte kontrastreich eine Rock-Pop-Hymne von „Coldplay“, und gleich darauf „Engel“ – der Titel, der der „Brachial-Rock-Band Rammstein“ in den 90er Jahren zum Durchbruch verholfen hatte. Oliver Gies hat in seinem A-cappella-Arrangement allerdings die „neue deutsche Härte“ des Originals durch harmonische Vierstimmigkeit ersetzt und dem Stück damit einen ganz neuen Charakter verliehen. Pyrotechnische Bühneneffekte – fast wie bei Rammstein – folgten als wohldosierte Show-Einlage nur wenig später: Zu Taio Cruz‘ Pop-Song „Dynamite“ katapultierte eine Konfettikanone silbernen Geburtstagsflitter auf die Bühne. Neben einer Einlage der Männerstimmen mit einem Stück der „Wise Guys“ fügten sich auch rhythmisch vertrackte Jazz-Standards wie „Birdland“ nahtlos ins Programm ein.

Schöne A-cappella-Ballade

Geburtstagsgeschenk und Herausforderung gleichzeitig hatte Daniel Graf-Eisen, ehemaliger Mitsänger und Tonmeister in spe, dem Chor mit einem harmonisch kniffligen Arrangement des Beatles-Songs „When I‘m 64“ beschert. Über die Klangfülle der Uraufführung konnte er sich genauso freuen wie das Publikum.

Mit ergreifend schönen A-cappella-Balladen wie Mick Jaggers „As Tears Go by“ zeigte sich der Chor genauso souverän wie gemeinsam mit der hochkarätig besetzten Begleitband. Zwei Instrumentalnummern genügten Barbara Klobe (Keyboard), Arpi Ketterl (Bass), Ad Schwarz (Gitarre), Tobias Rinklin (Schlagzeug) und Volker Wagner (Saxofon), um dem Saal einzuheizen. Wagners Saxofon-Soli lösten begeisterte Zwischenrufe beim Publikum aus und über Ad Schwarz‘ Gitarre in der „Bohemian Rhapsody“ staunten sogar die Chorsänger beim gemeinsamen Finale.

Ein Ende ist nicht in Sicht

Chick Coreas „Spain“ gab’s noch als Zugabe – ein Titel aus dem Chorrepertoire, der im Jubiläumsprogramm mit „Lieblingsstücken aus 25 Jahren“ die musikalische Weiterentwicklung der Sänger und ihres Dirigenten eindringlich demonstrierte. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse der nächsten 25 Jahre.